Schalotte – PR-Hype oder Küchenhoffnung?

Was Rezepte angeht, bin ich extrem obrigkeitshörig: Wenn es im Rezept steht, dann gehört es hinein – auch wenn es teuer ist und nur in Riesenmengen verfügbar, von denen dann 90% im Schrank verschimmeln. Zitronengras, Kaffir-Limonenblätter, Bröseltopfen – und eben Schalotten. Im Grunde Zwiebeln, nur kleiner, teurer und schwerer zu bekommen. Mir persönlich war nie klar, was da der konkrete Vorteil ist, vor allem, weil ich Zwiebeln und Schalotten meistens ohnehin in Eintöpfen oder Currys verwende, wo ihr Geschmack vollkommen untergeht.

Um meinen kulinarischen Dogmatismus mit ein bisschen Empirie zu bekämpfen, habe ich einen Praxistest gestartet, der den Küchenkampf Schalotte vs. Zwiebel ein für allemal entscheiden soll.

Folgende Versuchsanordnung soll dafür sorgen, dass das jeweilige Zwiebelgewächs sein volles Geschmackspotential entwickeln kann: Zwei Schmalzbrote (Gänseschmalz, nennt mich einen Küchensnob, mir egal – hatte ich noch im Kühlschrank), eines mit Zwiebeln, eines mit Schalotten.

Für eine Doppelblindstudie hab ich zwar nicht die Ressourcen, aber um wenigstens den Anschein von Objektivität zu erwecken, habe ich noch L. als Testesserin gewonnen, die nicht weiß, was auf welchem Brot drauf ist. Also, genug geplänkelt, lasst die Studie beginnen:

Zwiebelbrot, Schalottenbrot (v.l.n.r.)

Zwiebelbrot, Schalottenbrot (v.l.n.r.)

Brot, Schmalz, Zwiebel/Schalotte und Salz – fertig ist die Vorbereitung (VegetarierInnen nehmen einfach Butter, Olivenöl ist sicher auch einen Versuch wert). Wegen der wissenschaftlichen Seriosität und weil beide Brote farblich doch klar unterscheidbar sind, wird das Projekt in letzter Sekunde doch noch auf „doppelblind“ umgestellt: L. und ich machen jeweils die Augen zu und versuchen, zu verkosten, ohne uns mit Fett zu bekleckern.

L. zuerst, sie erkennt überhaupt keinen Unterschied – ich votiere blinderweise für das ordinäre Zwiebelbrot, kann aber auch am reichlicheren Salz gelegen haben.

Fazit: Selbst als Star einer Mahlzeit ist kaum ein Unterschied feststellbar – ihr könnt euch die Jagd nach den Schalotten also sparen, außer das Motto eures Essen ist „Lila is Killa“ oder so, dann bringen sie den notwendigen Farbakzent.

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