Verdammter Fisch!

Es gibt viele gute Gründe, das ChristInnentum nicht zu mögen. Ein mich besonders regelmäßig Ärgernder, weil mich unmittelbar Betreffender: Der Freitagsfisch.

In so gut wie jeder Kantine, in jedem Gasthaus, in jedem Café mit Mittagsmenü gibt es Freitags Fisch – aber nicht einfach irgendeinen Fisch, sondern irgendeinen panierten Fisch. Deswegen vermeide ich freitägliches Mittagessengehen so gut es geht.

Nur vorgestern gings nicht, und mein Vorurteil wurde eindrucksvoll bestätigt: Unglaublich labbrig, der Fisch ist beim Frittieren so geschrumpft, dass eine kleine fischlose Höhle zwischen Filet und Panier war (so wie eine Zahnlücke), es war wirklich unerfreulich.

Seinen Ursprung hat der Freitagsfisch im christlichen Konzept des Freitags als Fasten-, also fleischloser – Tag. Und Fisch ist nach christlicher Ansicht ja, genau wie Biber, kein Fleisch. Alleine der Freitagsfisch würde für mich als Grund ausreichen, die Kirche zu verachten.

Wobei man fairerweise sagen muss, dass die Kirche für den schlimmsten Aspekt des Ganzen nichts kann: Gäbe es Freitags mal Lachsspaghetti, mal gegrillte Scholle, mal Forelle und ab und an einen Shrimpswok, ich würde es hinnehmen, vielleicht wäre ich sogar ein bisschen begeistert.

Aber freitagein, freitaus Panier und Widerlichkeit, das geht nicht. Wenn irgendwer sachdienliche Hinweise hat, warum sich die Gastronomie geschlossen auf gebackenen Fisch eingeschossen hat: Bitte um Aufklärung.

Vielleicht gibt es ja ein antireligiöses Netzwerk, dessen Ziel es ist, die Bevölkerung so lange mit frittierter Scholle zu ärgern, bis der gesellschaftliche Einfluss der Kirche zuerst hinterfragt und dann unterbunden wird. Falls ja, könnte sich einE VertreterIn diskret Kontakt mit mir aufnehmen. Man stelle sich vor, ich fange nächsten Freitag an, voller Verachtung die Panier zu zerteilen, und stoße auf einen kleinen Zettel voller progressiver, aufrührerischer Parolen wie „Magst du keinen Kabeljau? Dann sei auch gegen Kirchenbau!“

Ich würde mich freuen.

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