Diätessen. Oder: Topfenknödel mit Apfelmus

Daniel und ich hatten im Winter immer den Deal, am Sonntag Abend beim Inder zu bestellen (Empfehlung, im Übrigen! Das Chicken Tikka Masala und Naan sind wunderbar). Dann hab ich mich im Fitnessstudio mal wieder abgewogen, momentan sind diese Fett-Gewürz-Orgien nicht vertretbar. Weil ich Sonntag meist einen dieser Mörder-Kurse im Fitti mache und Daniel meist auch vom Sport kommt, braucht man natürlich trotzdem was zu essen. Es soll halt nicht so schwer sein. Mit viel Gemüse und so. Und Eiweiß. Wenn geht, keine Carbs – deshalb gab es eine Gemüsecremesuppe mit Seidentofu. Und Topfenknödel mit Apfelmus.

Die Gemüsesuppe war eher eine Notwendigkeit denn kreatives Kochen. Der Kühlschrank beherbergte eine gerade noch gute Fenchelknolle, eine gerade noch gute Zucchini und ein paar Kohlrabiblätter (kann man essen – so wie Spinat zu verwenden), auf der Anrichte stand ein trauriger halber Petersiliebund in trübem Wasser. Wegen des Kochmarathons letzter Woche liegen nun noch 30 Schalotten rum, die auch wegmüssen. Also das alte Spiel: 2 Schalotten schneiden, in Sonnenblumenöl anbraten, Fenchel und Zucchini dazu, 1 Suppenwürfel, mit heißem Wasser aufgeißen, kochen bis alles weich ist, Petersilie, Kohlrabiblätter und Fenchelgrün dazu, nach einer Minute runter vom Herd, alles durchpürieren, und man hat eine Suppe, die eigentlich undefinierbar nach Gemüse im Allgemeinen schmeckt. Aber gar nicht schlecht. Ich hab noch einen kleinen Seidentofu mit reinpüriert (Eiweiß! Low Carb!), statt dem Schlagobers, quasi. Den Tofu hab ich von hier  – toller Asia-Supermarkt mit allem, was das Instant-Nudelsuppen-Herz begehrt. Bissi Salz, Pfeffer, Muskat, fertig ist eine durchschnittliche Suppe, die relativ satt macht.

Alles in allem okay, wenn auch nicht besonders befriedigend, aber ich hab ja auch noch Topfenknödel mit Apfelmus gemacht. Sonst wäre das ein gar zu trauriger Sonntag Abend geworden. Die Rezepte sind erneut aus Katharina Seiser’s Österreich Vegetarisch – bisher hab ich aus dem Kochbuch 5 Sachen nachgekocht und alle sind toll geworden.

Topfenknödel: 25 Gramm zimmerwarme Butter und abgeriebene Zitronenschale sowie Saft einer halben Zitrone mit 2 Eiern verrühren (nacheinander hinzufügen). Bei mir hat sich das nicht gscheit vermischt (meine Butter und die Eier kamen direkt aus dem Kühlschrank, da geht das schwer), Katharina Seiser empfiehlt dann, kurz über Dampf weiterzumixen, das hat auch bei mir gut funktioniert (dauert etwa 3 Minuten). Dann kommen laut Rezept 350 Gramm Bröseltopfen dazu. Ich weiß nicht was Brösetopfen ist und war zu faul zum nachschlagen, ich hatte nur 250 Gramm Magertopfen und hab einfach den verwendet. Einen halben Becher Sauerrahm habe ich dazugetan um den fehlenden Topfen auszugleichen. Dazu kommen 75 Gramm Semmelbrösel sowie 2 Esslöffel Staubzucker und dann muss der Teig eine Stunde in den Kühlschrank. In der Zwischenzeit das Apfelmus und die Brösel machen. Nach der Stunde Kühlschrank-Pause m20130428_211013it nassen Händen (oder, wie im Rezept empfohlen, mit einem Eisportionierer), aus dem Teig golfballgroße Kugerln machen. Hände immer wieder in kaltes Wasser tauchen. Knödelchen in wallendes Salzwasser tun, einmal aufwallen lassen und dann auf ganz kleine Flamme zurückschalten. Knödel 10-12 Minuten ziehen lassen, dann auf Küchenrolle abtropfen lassen.

Brösel: 1 Esslöffel Butter in einer beschichteten Pfanne zergehen lassen, 100 Gramm Brösel dazu, auf kleine Flamme schalten und unter ständigem Rühren Brösel goldbraun rösten. Nicht ungeduldig werden und Temperatur raufdrehen, sondern ganz gechillt ein paar Minuten rühren, das wird schon. Besser 2 Minuten länger rühren als verbrannte Brösel. Wenn sie goldbraun genug sind, die Pfanne weg vom Herd, nach Geschmack ein bisschen Zimt in die Brösel rühren. Protipp von Daniel: Mehr Brösel machen, weil Brösel sind das Beste.

Zum Servieren Knödel entweder in Brösel wälzen oder großzügig Brösel drübertun, ordentlich Staubzucker drauf und mit Apfelmus essen. So flaumig! Im Kochbuch werden Hollerröster oder Zwetschkenröster als „Beilage“ empfohlen, aber ich hatte nur Äpfel daheim – besser als nix, und gegessen hätte ich sie eh nicht. Weder Daniel noch ich essen gerne Äpfel, ich hatte sie nur aus Diät-Pflichtgefühl heraus gekauft und sie sahen bereits jetzt einem langen, schrumpeligen Ende entgegen.

Also, das Apfelmus. Ich hab zum ersten Mal selbst welches gemacht und es war sehr lecker und ganz einfach, nur das schneiden dauert wie üblich ein bisschen.

Das Rezept ist auch aus Österreich Vegetarisch. Hier die Mengenangaben für ungefähr ein halbes Kilo Äpfel (es waren so Bio-Apferl, ich glaub man kann alle Sorten nehmen, die ein bisschen Charakter haben – also nicht grade Gala vielleicht):

In einem Topf 1/8 L Apfelsaft und 1 EL Zucker auf die Hälfte einkochen (im Kochbuch wird außerdem ein bisschen Riesling verwendet). Äpfel halbieren, entkernen, schälen, in kleine Stückchen schneiden. Zum eingekochten Apfelsaft tun, ca. 5 Min. kochen, bis die Äpfel weich sind und dann mit dem Pürierstab pürieren. Fertig! Auch sehr lecker und viel besser als Äpfel einfach so. (Daniel merkt an, er hätte gerne Zimt drinnen gehabt)

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