Give bees a chance

Das politische Aufregerthema Nummer eins dieser Woche ist klein, gestreift und sticht zu, wenn es attackiert wird. Die Bienen sind in aller Munde und eventuell bald Grund für den Rücktritt unseres Landwirtschaftsministers, der sich bisher durch glänzende Unscheinbarkeit hervorgetan hat. Wenn es nach den LeserInnen der Kronen Zeitung geht, fordern 88,7 %, Nikolaus Berlakovich möge zurücktreten. Die Kronen Zeitung dramatisiert in gewohnter Manier und fragt auf der Titelseite „Bienen-Mord mit Tonnen von Gift?“.

Klar ist, dass ein vermeintlicher Bienenmörder als Landwirtschaftsminister nicht gerade der Image-Wunschtraum ist. Berlakovich versucht die Lage zu retten und versteckt sich und die Pestizide hinter dem Amtsgeheimnis – und fliegt in das nächste PR-Dilemma. Zu einem Zeitpunkt, wo alle über Mittel und Wege diskutieren das Recht auf Verschwiegenheit gegen eine Auskunftspflicht abzuändern, schiebt Berlakovich eben diesen quasi schon abgeschafften Amtsschimmel vor und erwirkt damit vor allem Erschwernisse für UmweltschützerInnen und BienenfreundInnen.

Nun ist Berlakovich aber eigentlich nicht nur Landwirtschaftsminister, sondern auch Umweltminister. Sein Interesse in dieser Causa ist aber klar gelagert, und das kommt nicht von ungefähr: Nikolaus Berlakovich sitzt in der ÖVP-Regierungsriege vermutlich auf dem Ticket des Bauernbundes. Wegen dieser Nähe hatte er schon einmal Troubles. Das ist ungefähr so, wie wenn die Bildungsministerin aus der LehrerInnengewerkschaft käme oder die Infrastrukturministerin ÖBB-Betriebsrätin wäre. Was also neben der Umwelt-, Tierschutz- und Amtsgeheimnisdebatte an dieser politischen Diskussion so brisant ist, ob der Lobbyismus der ÖVP-nahen Interessensbünde tatsächlich so stark bis in die obersten Ämter der Regierung hineinreicht. Und so gewinnt – zumindest vorerst – die Chemie gegen die Bienen.

Die Bienen vor: Honig-Chilli-Huhn mit Sesam-Spinat

Aus diesem Anlass widme ich dieses Rezept unseren gestreiften FreundInnen und koche heute daher Honig-Chilli-Huhn mit Sesam-Spinat (Rezept für zwei EsserInnen). Als weitere Beilage mache ich dazu einen Fenchel-Salat in Honig-Senf Dressing (so richtig absurde süß-sauer-bitter Mischung).

Für die Marinade für das Huhn nehme ich

  • ca. 3 Esslöffel Honig
  • eine Chillischote
  • einen Teelöffel Green Curry Paste
  • wenige Tropfen Sesamöl
  • eine Brise Salz

und vermische das Ganze. Anschließend wird eine Hühnerbrust in Würfel geschnitten und mit der Marinade vermengt. Das Huhn jetzt drei Stunden in der Marinade stehen lassen.

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Danach geht es an den Spinat, dazu

  • 0,5 kg frische Spinatblätter
  • eine Knoblauchzehe gepresst
  • in Salzwasser blanchieren

Um den blachierten Blattspinat anschließend in etwas Sesamöl mit Sesamsamen anzubraten. Wer will kann dazu noch eine kleine grüne Chilli hinzufügen für etwas Schärfe. Vor dem Servieren am Teller empfiehlt es sich den Spinat noch mit Sojasauce aufzupeppen.

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Parallel die Hühnerfleischstücke auf Stäbchen fädeln und mit etwas Öl anbraten. Nicht erschrecken, wenn das Fleisch so richtig braun wird, die Marinade wird sehr knusprig.

Für den Salat eine Fenchel-Knolle in kleine Stücke schneiden. Für das Dressing:

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Weißweinessig
  • 1 Schuss Honig
  • 1 TL Senf (empfehle Süßen)
  • Salz und Pfeffer

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Und danach Geschmacksmischung mit einem guten Weißwein genießen und über Bienen nachdenken: Don’t worry, bee happy.

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