Brotsalat

Daniel und ich haben ziemlich unterschiedliche Koch-Stile. Während zum Beispiel eines meiner Lieblingsrezepte für Tomatensauce von Marcella Hazan vier Zutaten hat (1 Dose Tomaten, eine halbe Zwiebel, 30g Butter, Salz – alles in nen Topf und 45 Minuten köcheln), würde er das kommentieren mit „Weißt du, was da noch gut dazupassen würde? Speck.“ (oder Chillis. Oder Paprika. Oder Ingwer. Oder Garnelen. Oder Thunfisch. Oder alles gleichzeitig.) Ich seufze dann, denke mir innerlich „Banause“ und bleibe Puristin. Aber natürlich haben unsere Geschmäcker und Kochstile auch große gemeinsame Nenner – wir essen einfach beide sehr gerne, das macht es einfacher.

Ein Überschneidungspunkt, der fast immer funktioniert, ist Salat. Ich mag faden Salat nicht, Daniel mag fades Essen nicht. Außerdem ist Daniel süchtig nach Brot („Ich bin halb Russe. Wir brauchen Brot“), darum hab ich ihn gefragt, ob er mir diesen Brotsalat macht. Mir zuliebe hat er sich ganz genau ans Rezept gehalten, und es ist schlichtweg großartig geworden. (Protipp von Daniel: Auf keinen Fall den Knoblauch weglassen!). Wir haben dann draußen gespeist und uns darüber unterhalten, was noch dazupassen würde. Mir war der Salat so schon aufregend genug, Daniel würde, will man ihn als Hauptspeise essen, Büffelmozzarella oder Halloumi dazu empfehlen.

Außerdem war der Salat sehr lecker gewürzt. Als ich dann anmerkte, verzogen sich Daniels Gesichtszüge zu einem diabolischen Grinsen und er rief „Ha! Ich habe Kräutersalz verwendet!“ Aus Purismus-Gründen lehne ich das ja meistens ab, und nur manchmal kann es mir Daniel unterjubeln. Das Resultat gibt ihm allerdings recht.

Brotsalat ist übrigens in vielen Varianten toll. In einem griechischen Frühstückslokal bei uns ums Eck gibt es eine Variante mit Paximadi – steinhartem griechischen Zwieback, der gemeinsam mit Tomaten, Gurken, Schafskäse und Kräutern einen tollen Salat ergibt. Toskanischer Panzanella dürfte den Italien-Begeisterten recht vertraut sein, im Nahen Osten läuft das Gericht unter Fattouch (Fatouch? Fatusch?), die Basis dafür ist Pita-Brot. Was ich damit sagen will: Habt Erbarmen mit euren Weißbrot-Resten. Wenn absehbar ist, dass was übrig bleibt, einfach gleich in Stücke schneiden oder reißen bevor es ganz steinhart wird und einen leckeren Salat draus machen. Super Sommergericht!

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