Hauptsache Service

Wer nicht selbst kocht, muss trotzdem essen. Entweder Käsebrot, bestellen oder auswärts. Und Restaurants gibts ja viele gute. Ich würd gern mal ein paar Restaurantkritiken schreiben, aber ich weiß nicht wie. Am ehesten wär ich wie Homer Simpson, der jedem Restaurant etwas Gutes abgewinnen kann (und dann essen alle voll viel und dann bricht die Fettleibigkeit in Springfield epidemisch aus und dann versucht der französische Koch Homer mit einem vergifteten Rieseneclair umzubringen. Gute Folge.)

Aber was mir (mit zunehmendem Alter, haha), immer wichtiger wird, ist das Service. Die Hipster-KellnerInnen Wiens nerven mich recht. Die brauchen immer Stunden bis sie die Bestellung aufnehmen, und dann machen sie es als reinen Gnadenakt, weil die Arbeit in der Gastronomie eigentlich unter ihrer kulturellen Entfaltungsschwelle liegt. Und dann schaffen sie es nicht, die Kaffeehausrechnung von drei Personen im Kopf auseinanderzudividieren. Ich mein, das kann man doch üben. Oder einen Taschenrechner mitführen. Auch die „ich habe meinen Traum verwirklicht und ohne gastronomische Ausbildung ein Lokal eröffnet weil so schwer kann das doch nicht sein“-Sorte ist manchmal wegen fehlendem Organisationstalent kaum erträglich. Sowas nervt mich. Wie letztens, als Daniel und ich um halb Neun Uhr Abends was essen gehen wollten, beide hungrig wie die LöwInnen. Wir wollten ein neues Lokal in der Zieglergasse ausprobieren, grad noch mal gegooglet, es heißt „toma tu tiempo“ (wer merkt sich das?), und sind gescheitert. Eine halbe Stunde haben wir vergeblich darauf gewartet, dass man uns zumindest mal eine Karte bringt. Dann haben wir aufgegeben, sind zum I Terroni, haben uns hingesetzt, der Kellner war sofort da, 10 Minuten später stand eine gute Pizza am Tisch und dann hätte man uns noch auf einen Averna eingeladen. Wir sind dann nach Hause spaziert, am Tisch, an dem wir gewartet haben, stand noch immer das leere, nicht abgeräumte Aperol-Glas vom Besucher/der Besucherin zuvor.

Zum Glück gibt es in Wien so viele nette Lokale, die mein Geld ja doch haben wollen. Hier sind zwei Zieglergassen-Tipps, falls ihr mal in der Gegend seid:

In der Roten Rübe kann man vorzüglich (griechisch) Frühstücken (oder Mittagessen, wer Crèpes mag). Das Lokal ist winzig, deshalb ist es mit dem Tisch bekommen manchmal schwierig. Paximadi ist eine schwere Empfehlung. Im Lokal gibts auch griechische Spezialitäten zu kaufen, wer auf guten Ouzo steht, wird hier sicherlich gut beraten. Kaffee und frisch gepresste Säfte sind sehr lecker. Sehr nett!

Und das St Ellas ist ein rundum gelungenes Restaurant. „Ein bissi laut ists hier“, würde meine Mama sagen, wen die Geräuschkulisse nicht stört, findet hier alles was das Herz begehrt. Außergewöhnliche Cocktails, aufmerksames Servicepersonal, extrem leckeres Essen (kleine, stets wechselnde Karte und ein paar wenige Fixpunkte vom Grill) und das alles preislich voll OK. Ich hatte letztens einen spektakulär tollen Spargelsalat, habe bei einem fruchtigem Mango-Mojito gekostet, den Boys hat ein zauberhafter Erdbeer-Daiquiri den Abend versüßt, und zum Burger gibts perfekte Pommes dazu. Prost und Mahlzeit!

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